Trassenecho Nr. 38 - Ausgabe September 1987

Aksai - jüngster Standort am Zentralen Jugendobjekt "Erdgastrasse"


Salem aleikum, Aksai!
Sommer 1987. Gegen 19.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr Moskauer Zeit) haben wir unser Ziel erreicht: Aksai, eine kleine Stadt im Norden der Sowjetrepublik Kasachstan.
Strahlender Sonnenschein empfängt uns, warmer, mäßiger Wind, plus 30 Grad. Warm und auch sehr herzlich die Begrüßung durch zwei Vertreter des sowjetischen Auftraggebers. Am nächsten Tag wieder Sonnenschein. Schnell prägt sich der Begriff "aksaiblau" für den gleichmäßigen, tiefblauen Himmel.
Nun die offiziellen Gespräche. Ortsbegehungen, Vertragsentwürfe, Diskussionen uber konträre Meinungen, Kalkulationen, Projektentwürfe, Messungen und Terminabsprachen. Auch mit Vertretern der CSSR-Bauorganisation treffen wir zusammen. Seit einem Jahr bauen die Kollegen aus dem Nachbarland Häuser in Aksai.
"Aksai" bedeutet in der kasachischen Sprache "weißer Flecken", sicher wegen der dürftigen Vegetation infolge der sehr geringen Niederschlagsmenge. Steppenlandschaft. Die geographische Breite ist zwar identisch mit dem Süden der DDR, doch durch das Kontinentalklima ist es im Sommer sehr heiß und im Winter sehr kalt. Auch die Temperatuirunterschiede zwischen Tag und Nacht sind im Sommer gewaltig. Endlose Ebenen sind ein Grund für ständige Luftbewegungen, manchmal Sandstürme und im Winter Schneestürme.
Die Landwirtschaft beschränkt sich auf Tierzucht. Weidewirtschaft. Schafherden, auch Rinder, durchziehen die Steppe und mühen sich, Fressbares zu finden. Braunhäutige Kasachen auf schlanken kleinen Pferden umkreisen die Herden.
In Kasachstan lebt eine Vielzahl von Nationalitäten und Völkerschaften. Gegenwärtig zählt Aksai 12.000 Einwohner. Kasachen, Russen, Ukrainer in der Mehrzahl.
In Richtung Orenburg befinden sich unermessliche Erdgas- und Erdölfelder, auch Aufbereitungsanlagen. Hauptsächlich für die dort arbeitenden Menschen werden auch wir Häuser in Aksai bauen. Im Jahr 2000 wird Aksai Großstadt sein
Das gemeinsame Protokoll wird unterzeichnet. Zufriedenheit auf beiden Seiten. Alles ist vorbereitet für die Unterzeichnung des Vertrages über die Eröffnung der Wohnungsbaustelle Aksai.
Ein neues Kapitel des Zentralen Jugendobjektes "Erdgastrasse" beginnt nun im Süden der Sowjetunion, unter dem Himmel der kasachischen Steppe. Aufgerufen sind die Bereitschaft, der Elan, die Kraft und der Mut für besondere Leistungen unter besonderen Bedingungen. Aksai erwartet uns.
Kurt Feja